Typisierung von Ausdrücken

logi.CAD 3  →typisiert →Ausdrücke und →Zuweisungen laut diesen Regeln:

  • Der Datentyp der →Variable, die das Ergebnis einer →überladenen Funktion erhält, beeinflusst den Datentyp des Ergebnisses für eine Funktion oder Operation. Diese Regel entspricht nicht den Vorgaben der →IEC-Norm.

    Beispiele
    VAR
      int1, int2, int3 : INT := 32767;
      dint1 : DINT := 32767;
      ResultInt1 : INT;
      ResultDint1, ResultDint2 : DINT;	
    END_VAR
     
    ResultInt1  := int1 + int2;    (* Die Addition wird als INT-Operation durchgeführt. *)
    ResultDint1 := int1 + int2;    (* Unterschiedlich zur IEC-Norm: 'int1' und 'int2' werden auf DINT konvertiert. Die Addition wird als DINT-Operation durchgeführt und 'ResultDint1' zugewiesen. *)
    ResultDint2 := dint1 + int3;   (* 'int3' wird auf DINT konvertiert. Die Addition wird als DINT-Addition durchgeführt. *)
  • Falls in den Ausdrücken gar kein konkreter Datentyp angeführt ist, wird die Typisierung ebenfalls vom Datentyp der Variable beeinflusst, die das Ergebnis einer überladenen Funktion erhält. Diese Zusatz-Regel ist eine implementierungsabhängige Realisierung, da die IEC-Norm keine Vorgaben dazu enthält.

    Beispiele
    VAR
      ResultDintA, ResultDintB, ResultDintC : DINT;
      sint1 : SINT := 127;
    END_VAR		
    
    ResultDintA := 127 + 127;      	(* Die Addition wird als DINT-Operation durchgeführt, da sonst kein konkreter Datentyp angeführt ist. *)
    ResultDintB := 127 + SINT#127; 	(* 'SINT#127' wird auf DINT konvertiert. Die Addition wird als DINT-Operation durchgeführt und 'ResultDintB' zugewiesen. *)
    ResultDintC := 127 + sint1; 	(* 'sint1' wird auf DINT konvertiert. Die Addition wird als DINT-Operation durchgeführt und 'ResultDintC' zugewiesen.*)
  • Bei einem →Aufruf, der Eingänge, Ausgänge und/oder einen Ergebniswert mit dem gleichen →allgemeinen Datentyp verwendet, typisiert logi.CAD 3  alle diese Eingänge, Ausgänge und den Ergebniswert des Aufrufs, sogar falls nur eines dieser Elemente mit einem konkreten Datentyp verbunden ist.

    Beispiele
    VAR
      Var1, OUT1 : INT;
      iForceMrk1 : FORCEMRK;
    END_VAR
     
    Var1 := ADD(IN1 := 1, IN2 := 3);
    (* Die Eingänge und der Ergebniswert von 'ADD' verwenden den gleichen allgemeinen Datentyp. Da die INT-Variable 'Var1' dem Aufruf von 'ADD' zugewiesen ist (im speziellen: dem Ergebniswert von 'ADD'), wird der Aufruf mit 'INT' typisiert. In Folge werden die Eingänge von 'ADD' ebenfalls mit 'INT' ausgewertet. *)
    
    iForceMrk1(IN := 3, OUT => OUT1);
    (* Der Eingang und der Ausgang von 'FORCEMRK' verwenden den gleichen allgemeinen Datentyp. Da der Ausgang 'OUT' von 'iForceMrk1' der INT-Variable 'OUT1' zugewiesen ist, wird der Aufruf mit 'INT' typisiert. In Folge wird der Eingang von 'iForceMrk1' ebenfalls mit 'INT' ausgewertet. *)

    Falls ein →anwenderdefinierter Datentyp zur Typisierung verwendet wird, verwendet  logi.CAD 3  den →Basistyp. Diese Regel ist von Bedeutung, falls ein →Initialisierungswert im anwenderdefinierten Datentyp definiert ist – in diesem Fall wird nicht der Initialisierungswert des Datentyps verwendet, sondern der Initialisierungswert des Basistyps.
    Vergleichen Sie: Bei einem →ARRAY-Datentyp (inkl. einer ARRAY-Deklaration einer Variable) oder einem →strukturiertem Datentyp ist der anwenderdefinierte Datentyp jedoch der Basistyp.

    Beispiele
    TYPE
      MyInt : INT := 6;
      MyStruct : Struct
        Elem1 : MyInt;
      END_STRUCT;
      MyArray : Array [1..1] OF MyInt := [99];
    END_TYPE
    
    FUNCTION_BLOCK myFB
      VAR
        outDerived : MyInt;
        outArray1 : MyArray;
        outArray2 : Array [1..1] OF MyInt;
        outStruct : MyStruct;    
        iForceMrk1, iForceMrk2, iForceMrk3, iForceMrk4 : FORCEMRK;
      END_VAR
    
      iForceMrk1(OUT => outDerived);
      (* 'OUT' erhält den Wert '0', da der Initialisierungswert '0' von 'INT' verwendet wird. Hier ist 'INT' der Basistyp. *)
      (* Der Initialisierungswert '6' von 'MyInt' wird NICHT verwendet. *)
      
      iForceMrk2(OUT => outArray1);
      iForceMrk3(OUT => outArray2);
      iForceMrk4(OUT => outStruct);
      (* Jedes Element des Ausgangs 'OUT' erhält den Wert '6, da der Initialisierungswert '6' von 'MyINT' verwendet wird. *)
      (* Hier ist 'MyINT' der Basistyp jedes Elements des Ausgangs, während 'ARRAY [...] OF' bzw. 'STRUCT' der Basistyp von 'OUT' ist. *)
      
    END_FUNCTION_BLOCK